Frühaufsteher und Katerfrühstück

Frühaufsteher

Nachdem einige direkt vom Ausgang um 6:00 den Weckdienst spielten, begab sich der Grossteil der Klasse auf den Weg auf den Penyal d'Ifac. Der 332m hohe Felsen ragt majestätisch aus dem Meer und bietet einen atemberaubenden Ausblick über die Region um Calpe. Frühaufsteher werden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt. Einige hatten ihre Drohnen dabei und fingen die schöne Stimmung auch aus der Luft ein. Das anschliessende Frühstück stärkte uns für den letzten kompletten Tag in Calpe. Danke an Vanessa Petrolese & Kater Inka für die grosszügige Spende.

Valencia im Fokus

Am Donnerstag wurde die schöne Stadt Valencia erkundigt. Valencia ist unter anderem für seine moderne Architektur auf der ganzen Welt bekannt. Calatrava hat sich hier zum Beispiel
mit der Errichtung des Oceanogràfic de Valencia einen Namen gemacht.
Nach der Ankunft hatten wir die Möglichkeit verschiedene Sehenswürdikgeiten zu besichtigen: es wurde zum Beispiel der Lego-Store, die Stierkampf-Arena, das Mestalla-Stadion, das "Haus der Wissenschaft" oder die Altstadt durch eine Hop-on-Hop-off-Bustour besichtigt.
Am Abend haben wir im Restaurant "EL Picaro" sehr gute Meeresspezialitäten, wie Anillos de Calamar, Pimentos de Padron oder Doradas geniessen dürfen. Die Verpflegung während des Tages wurde von der SGPF (Schweizerische Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung) gesponsert. Das Abendessen ermöglichte uns Basler & Hofmann. Einmal mehr bedanken wir uns herzlich für die geniale Unterstützung auf unserer Reise.
Um 22.00 sind wir schliesslich zurück nach Calp aufgebrochen, wo wir um Mitternacht ankamen.

Sonne, Strand und Meer

Nach einer langen Nacht wurden wir vom strömenden Regen aus unseren Träumen gerissen. Das Wetter war wie gemacht um nichts zu tun. Als sich die Sonne langsam zeigte, machten sich viele von uns auf den Weg zum Strand.
Dort wurde geplanscht, Fresbee geworfen, Volleyball gespielt und gesonnt - wie an einem richtigen Ferientag. Mit einem kühlen Bier in der Hand genossen wir die Meersicht und schlenderten dann zurück zur Villa.
Nun war es wieder an der Zeit sich um Apero und Essen zu kümmern. Neben den Grillkartoffeln wurde eine Art Fajitas serviert. Diese kulinarischen Leckerbisse verdanken wir den Wälli AG Ingenieure und Bürglin Winzeler Partner AG. Im Anschluss an das Abendessen haben vier einen Schieber gejasst, andere am Rubik's Cube geknobelt und manche einfach nur gechillt.
Morgen wollen wir früh aufstehen, daher sind schon einige in die Federn gehüpft. Valencia wir kommen!

Leica-Abend im El Toro

Eine halbe Stunde Fussmarsch durch den Regen nahmen wir auf uns, um uns im Restaurant El Toro zu verköstigen. Der Marsch hat sich bereits beim ersten Anblick des Restaurants gelohnt. Mitten im Palmgarten umranden einige Natursteinmauern und Glaswände den Speisesaal für Geniesser. Die Spezialität des Hauses ist ein zartes T-Bone Steak, welches in der offenen Küche auf dem Feuer zubereitet wird.
Danke Leica Geosystems für das grosszügige Sponsoring dieses Abends.

SUP auf dem Meer & Tapas am Pool

Den Dienstag verbrachten wir mit Aktivitäten in und um Calpe. Während einige der Klasse die Stadt erkundeten, haben andere ihr Gleichgewicht beim Stand Up Paddeling erprobt. Neben den Aktivitäten verpflegen wir uns in der Villa aus dem gut gefüllten Vorratsraum und geniessen so das hervorragende spanische Wetter. Wir bedanken uns bei Terradata AG und Esri Schweiz für die Tagesaktvitäten und die ausgezeichnete Verpflegung!

Letzte Messequipe ist gelandet….

Am Montag wurden auch noch die letzten Betten der Villa bezogen. Die vier Herren Claude, Dario, Markus und Pascal reisten aufgrund ihrer Zügelverpflichtungen erst später nach. Vom Wetter wurden sie nicht herzlich begrüsst - ist das etwa ein schlechtes Omen? Am Flughafen Basel-Mulhouse wurde noch die unten aufgeführte Tafel gesichtet - was hat dies echt zu bedeuten? Die Vorfreude ist auf alle Fälle riesig. Bereits unmittelbar nach der Landung in Alicante wurde das heimische Zielwasser - Sangria auf seine Qualität geprüft. Danach ging es mit Privattaxi in die Luxusresidenz nach Calp. Die Ferien wurden für die Nachzügler mit einem kühlen Hellen und einem Sprung in den Pool würdig eingeläutet....

Erster ganzer Tag in Calpe

Seit 1344 Stunden (8 Wochen = BTh = checksch?) konnte endlich wieder mal ausgeschlafen werden. Einige genossen gar die Vorzüge einer Klimaanlage im Schlafzimmer. Der Brunch half allen wieder zu Kräften zu kommen, doch trotzdem waren wir sehr froh, dass wir die Vuelta mit einem kühlen Blonden am Strassenrand verfolgen durften und nicht selber in die Pedalen treten mussten. Denn mit dem Fahrerfeld kam auch die gnadenlose Sonne wieder hervor. Aus diesem Anlass sprangen wir direkt von der Strasse zurück in unseren Pool und genossen den ersten kompletten Tag in Calpe mit einem für gewisse sehr anstrengeden Apéro und einem gemütlichen Grillieren am Abend. Diese Köstlichkeiten verdanken wir Intergraph Schweiz AG und Claus Tischhauser.

Anreise

Nur wenige Stunden nach der Abgabe der BTh Arbeiten traf sich der grösste Teil der Klasse um 08:00 am Flughafen Basel-Mulhouse. Dank Allnav AG und Baumann Vermessungen AG flogen wir nach Alicante und von da fuhren wir mit Mietautos bis nach Calpe. Als ersten Z'mittag, von bbp geomatik AG offeriert, gab es Sandwiches und eine erste Runde Bier. In den frühen Abendstunden bezogen wir unsere Villa mit Pool und direkter Meersicht. Nach Besichtigung der riesigen Villa wurde bereits der Pool eingeweiht und die Aussicht bestaunt.
Zum "Znacht" der von Koch & Partner AG gesponsert wurde, genossen wir feine Fischgerichte im nahen Restaurant direkt am Meer.
Zur frühen Morgenstunde gab es noch ein, zwei oder zehn Schlummersdrinks, bevor dann das Bett rief.

That’s it, that’s all

Nachdem sich der Stress des GeoForum gelegt hatte, ging es an die Finalisierung der technischen Berichte. Während die Datenverzeichnisse auf Vordermann gebracht wurden, reiften die Berichte zu ihrer Endform heran. Alle Drucker liefen auf Hochtouren und Papier musste im Minutentakt nachgelegt werden. Pünktlich zwischen 16:00 und 17:00 Uhr konnten sämtliche Dokumente den Examinatoren vorgelegt werden. Im Anschluss stiess man bei einem Bier auf die Beendung der Bachelor-Arbeit an. Das Zimmer, welches über drei Jahre unser Zuhause war, wurde mit Wehmut aufgeräumt und ein letztes Mal verlassen. Nun steht es für die nächste Klasse bereit, wie es die Zimmerbezeichnung seit Beginn der Bachelor-Thesis prophezeit. Wir jedoch freuen uns auf die Berufswelt und den nächsten Lebensabschnitt. Zuvor geht es noch in die ersehnten Ferien nach Spanien, um ein letztes Mal als Klasse vereint zu sein. Vamos a la playa.

Blockprojekt: Grundlagen- und Deformationsmessungen Felslabor Mont Terri, Saint-Ursanne

Projektbeschreibung

Das Felslabor Mont Terri befindet sich bei Saint-Ursanne im Kanton Jura und ist durch den Sicherheitsstollen des 4.3 Km langen Mont-Terri-Autobahntunnels der Transjurane (A16) zugänglich.

Seit 1996 werden im Felslabor, welches 300 m unter der Erdoberfläche liegt, geologische, hydrologische, geochemische und felsmechanische Untersuchungen durchgeführt. Die Forschungen  konzentrieren sich dabei auf die Machbarkeit und Sicherheit eines geologischen Tiefenlagers für Brennstäbe aus Kernreaktoren in der hier vorhandenen Gesteinsformation des Opalinustons. Die Ingenieurgeodäsie bietet dazu hochgenau Grundlagen für die Georeferenzierung und ermöglicht kleinste Deformationen im Millimeterbereich zu detektieren.

Die Projektleitung für dieses Projekt hat die swisstopo inne (Landesgeologie). Im 2007 startete man mit der Erstellung eines hochpräzisen Grundlagen- und Deformationsnetzes. Seit 2011 führt das Institut Vermessung und Geoinformation (IVGI) im Rahmen von Blockkursen alle 2 Jahre im 6. Semester die Messungen und Auswertungen durch und optimierte dabei bisher laufend die Netzanlage. Das Felslabor wird 2018/19 um eine weitere Galerie vergrössert.

Das hochpräzise Grundlagen- und Deformationsnetz dient als Basis für die Überwachung der Stabilität des bestehenden Felslabors, der geologischen Experimenten und den geplanten Erweiterungsarbeiten.

Dieses Messprojekt soll sowohl der swisstopo als auch der FHNW im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung zu neuen Erkenntnissen in der Tunnelvermessung verhelfen.

(Quelle: www.mont-terri.ch)

Organisation / Netzdisposition

Beim Blockkurs 2017 sind acht Studenten der Klasse G2014 sowie zwei Lehrlinge der swisstopo beteiligt gewesen. Es wurde mit 2 Messequipen parallel gearbeitet. Das Team 1 war für den nördlichen Teil des Felslabors sowie den Abschnitt bis zum Nordportal und die angrenzenden Anschlusspunkte  und das Team 2 für den südlichen Teil des Felslabors bis zu den südlichen Anschlüssen beim Südportal und dem Zugang bei der Fabrique de Chaux, sowie dessen Anschlüsse verantwortlich.

(Quelle geologisches Profil: www.nagra.ch)

Resultate

2017 konnte im Bereich des Felslabors eine Genauigkeit (1σ) von 1.5 mm (2015: 1.3 mm, 2013: 1.2 mm). 2015 wurden in der Höhe 0.20 mm (2013: 0.25 mm) erreicht. Für die definitiven Resultate bezüglich Lage- und Höhengenauigkeit wird auf die Bachelor-Thesis «Grundlagen- und Deformationsmessungen Felslabor Mont Terri, 2017 / 03» verwiesen.

Durch die erreichten Genauigkeiten können Deformationen ab 4.5 mm in der Lage und 0.6 mm in der Höhe mit einer Sicherheitswahrscheinlichkeit von 95% als signifikant betrachtet werden. Resultate mit solch hohen Genauigkeiten können nur erreicht werden, wenn Präzisions-Instrumentarium eingesetzt wird, welches vorgängig gut kalibriert wurde und die Beteiligten stets mit grösster Sorgfalt und Konzentration arbeiten.

Ausblick

Die diesjährige Folgemessung wurde als «Bestandes-aufnahme» (erneute Nullmessung) für die geplante südliche Laborerweiterung (Galerie 18) durchgeführt. Falls die Verbindungsbohrung von der Sicherheitsgalerie zum vertikalen Lüftungsschacht realisiert wird, kann die Genauigkeit mittels Lotung durch den vertikalen Lüftungsschacht gemäss Präanalyse (Hüssy/Järmann, 2016) auf unter 1 mm gesteigert werden.

In künftigen Messkampagnen wird es darum gehen, die Auswirkungen der Laborerweiterung zu untersuchen und die bereits hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit mittels Lotung weiter zu steigern. Diese Massnahmen erlauben, die absoluten und relativen 3D-Verschiebungen im Felslabor noch präziser zu bestimmen.


 

Geodätische Messtechnik

Die absolute Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Punktbestimmung innerhalb und ausserhalb des Felslabors soll mindestens so gut wie bisher (MFA2017 = 1.5 mm, MFH2015 = 0.20 mm) oder, wenn möglich, in Zukunft noch besser bestimmt werden. Dazu ist vorgängig eine sorgfältige Kalibrierung des verwendeten Instrumentariums durchzuführen.

Globale Satelliten Navigations Systeme

Das Portalnetz wurde mittels langstatischen GNSS-Messungen (24 Stunden) auf 13 Punkten bestimmt. Dabei wurden in einer ersten Session Empfänger vom Typ GS14 und GS16 von Leica Geosystems AG verwendet. Die zweite und dritte Session wurden durch swisstopo mit Trimble Empfängern des Typs NETR5 durchgeführt. Die Basislinien wurden zur nahegelegenen Referenzstation MTTI bestimmt (längste Basislinie: 8 Km).

Geodätische Messtechnik

Präzisions-Tachymetrie

Die Lagebestimmung innerhalb des Tunnels wurde mit tachymetrischen Messungen bestimmt. Dabei wurden zwei Tachymeter des Typs TM30 der Firma Leica Geosystems AG verwendet. Um bei der Zentrierung höchste Genauigkeit zu erreichen, wurden die Stationierungen mittels Wild-Nadirlot und Kern-Zentrierschlitten zentriert. Die Steuerung des Tachymeters erfolgte mit der Software PCTRI2 von swisstopo, in welcher auch die Meteodaten erfasst wurden.

Kreiselmessungen

Zur Kontrolle der Richtungsübertragung führte die swisstopo zusätzliche Azimut-Bestimmungen mit einem Präzisions-Kreisel (Gyromat 2000) durch. Diese Messungen dienen nur als unabhängige Kontrolle, welche hier erst ab einer Tunnellänge von 8-10 Km genauigkeits- und zuverlässigkeits-wirksam werden.

Präzisions-Nivellement

Die Höhenbestimmung erfolgte durch die Studierenden des 2. Semesters mit einem Präzisions-Nivellement (Trimble DiNi03 und Leica LS15). Angeschlossen wurde das Nivellement an Fixpunkte  des Landesnivellements (HFP1) beim Bahnhof und im Zentrum von Saint-Ursanne.

Lotung

Mit Hilfe einer Lotungsmessung durch den vertikalen Lüftungsschacht kann der Polygonzug in der Mitte des Tunnels zusätzlich gestützt werden. Erste Versuche führten nicht zum gewünschten Erfolg. Verbesserte Präanalysen zeigten, dass es voraussichtlich erst nach der Realisierung einer Verbindungsbohrung zwischen Lüftungsschacht und Sicherheitsstollen zu einer weiteren Steigerung der Genauigkeit kommen kann, welche den Wert auf unter 1 mm (mfa) der Punkte im Felslabor zu drücken vermag.

Erkenntnisse zum Problemfeld Tunnelvermessung

Folgende geometrischen und umgebungsbedingten Voraussetzungen sind zu beachten:

Planung: Sorgfältiges Erarbeiten von Gesamtkonzept und Präanalyse

Punktversicherung: Punkte möglichst in der Tunnelachse sorgfältig versichern aber so, dass die Punkte nicht auf einer Linie liegen (à Visurprobleme)

Visuren: keine Visuren nahe an den Tunnelwänden (< 1m) aufgrund Seitenrefraktion;
3 Anschlussvisuren beim Portal mit mind. 1 km Länge; möglichst lange Visuren in den Tunnel zu Beginn des Polygonzuges; übegreifende Visuren messen

Umwelteinflüsse: Lüftungen im Bereich der Tunnelportale während den Messungen ausschalten (Luftturbulenzen verschlechtern oder verunmöglichen ATR). Aussen- und Innen-Temperatur beim Portal möglichst ausgeglichen à Messungen ausserhalb des Tunnels bei bedecktem Himmel oder nachts

Kreiselmessungen: Werden beim Mont Terri als unabhängige Kontrollmessungen verwendet. Sie sind erst ab einer Tunnellänge von 8-10 km genauigkeits- und zuverlässigkeitswirksam.

Richtungsmessungen: Konsequent mehrere Richtungssätze messen bis aus Präanlyse erreicht ist. Die Richtungsübertragung im Portalbereicht ist essentiell und speziell zu beachten!


 

Lotung

Geodätischer Netzplan

Der geodätische Netzplan vom Felslabor zeigt die dreidimensionale, geometrische Beziehung der zu bestimmenden Punkte untereinander graphisch auf. Er enthält in Form von Symbolen alle auszuführenden Messungen mit den zu messenden Einzelelementen (Horizontalrichtungen, Vertikalrichtungen, Distanzen) und dient somit als wichtige Grundlage für die Messkampagne.

Die aktuellen Verschiebungen in Bereich des Felslabors sind der Bachelor-Thesis «Deformationsmessungen Felslabor Mont Terri, 2017 / 03» zu entnehmen.

Rückblick

Der Blockkurs Mont Terri 2017 war sehr spannend und lehrreich. Die Messwoche war äusserst zeitintensiv, aber dank unserer hohen Motivation und Einsatzbereitschaft können wir auf eine positive praktische Erfahrung zurückblicken.

Der Aufwand für das Messprojekt liegt zum jetzigen Zeitpunkt an der oberen Grenze. Wird wie erwartet das Netz um die Galerie 18 erweitert, so ist die Messdatenerfassung mit 10 Personen nicht mehr in einer Woche durchführbar.

Autoren: Jakob Hütter / Markus Tischhauser